Die Steuer-Revolution 2026: Warum 7 % für immer gilt und was das für deine Kasse (und deine Nerven) bedeutet

Der Paukenschlag zum Jahresstart

Hand aufs Herz: Wir haben alle bis zur letzten Minute gezittert. Aber jetzt ist es amtlich. Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der deutschen Gastronomie wieder der ermäßigte Steuersatz von 7 % auf Speisen – und das Beste daran: Diesmal ist die Regelung unbefristet.

Das ständige Hin und Her der letzten Jahre ("Corona-Hilfe", "Energie-Krise", Rückkehr zu 19 % im Jahr 2024) hat endlich ein Ende. Das gibt uns das Wichtigste zurück, was ein Unternehmer braucht: Planungssicherheit.

Doch was bedeutet das konkret für deinen Alltag ab heute? Hier ist der Fahrplan.

1. Die Fakten: Was gilt wo?

Es klingt einfach, aber der Teufel steckt im Detail. Damit du bei der nächsten Betriebsprüfung ruhig schlafen kannst, musst du die Trennung sauber durchziehen.

  • SPEISEN = 7 %: Egal, ob das Schnitzel am Tisch serviert wird („In-Haus“) oder als Take-away über die Theke geht. Alles Essbare wird wieder begünstigt.

  • GETRÄNKE = 19 %: Hier bleibt alles beim Alten. Bier, Wein, Softdrinks, Kaffee und Tee bleiben beim Regelsteuersatz.

    • Ausnahme: Milchmischgetränke mit einem Milchanteil von mindestens 75 % (z. B. Latte Macchiato), wenn sie "To Go" verkauft werden, können unter Umständen begünstigt sein – sprich hier aber unbedingt mit deinem Steuerberater!

Das To-do für diese Woche: Checke sofort dein Kassensystem. Wurde das Update zum 01.01.2026 automatisch eingespielt? Drucke einen Testbon für ein Gericht und ein Getränk aus und prüfe die ausgewiesene MwSt. unten auf dem Beleg. Fehler hier kosten dich später bares Geld.

2. Die Gretchenfrage: Preise senken oder Marge retten?

Jetzt fragen deine Gäste vielleicht: "Hey, die Steuer ist runter – wird mein Schnitzel jetzt billiger?"

Hier ist meine klare Empfehlung als Gastro-Motivator: Nein, nicht pauschal.

Die letzten Jahre mit 19 % MwSt., explodierenden Energiekosten und dem gestiegenen Mindestlohn (jetzt 13,90 €) haben die Rücklagen vieler Betriebe aufgefressen. Die 12 Prozentpunkte Differenz (von 19 % auf 7 %) sind kein "Geschenk", sondern eine notwendige Korrektur, damit Gastronomie wirtschaftlich bleibt.

Deine Strategie: Nutze den gewonnenen finanziellen Spielraum für drei Dinge:

  1. Löhne sichern: Gute Mitarbeiter sind 2026 Goldstaub. Bezahle sie fair.

  2. Qualität halten: Statt beim Einkauf zu sparen und billigeres Fleisch zu kaufen, kannst du trotz Inflation deine hohe Qualität beibehalten.

  3. Investieren: Vielleicht ist jetzt das Budget für die neue Spülmaschine oder das Social-Media-Marketing da?

3. Kommunikation ist alles

Wie sagst du es dem Gast? Offensiv oder gar nicht? Wer die Preise nicht senkt, muss sich nicht rechtfertigen. Aber Transparenz schafft Vertrauen.

Muster-Antwort für Gäste: "Wir freuen uns sehr über die 7 %. Das gibt uns endlich die Luft, unsere Preise stabil zu halten, ohne bei der Qualität unserer Zutaten oder der Bezahlung unseres Teams Kompromisse machen zu müssen. Danke, dass ihr das wertschätzt!"

Damit drehst du die Diskussion um: Es geht nicht um "billiger", es geht um "wertig bleiben".

4. Vorsicht Falle: Kombi-Angebote & Silvester

Ein kleiner Stolperstein für alle, die noch "Katerfrühstück" oder Business-Lunch-Pakete anbieten: Wenn du ein Paket anbietest (z. B. "Burger inkl. Softdrink für 15 €"), musst du den Preis steuerlich aufteilen ("Aufteilungsgebot").

  • Der Burger-Anteil läuft mit 7 %.

  • Der Drink-Anteil läuft mit 19 %. Moderne Kassen machen das automatisch ("Split-Buchung"). Wenn du noch händisch buchst, ist jetzt der Moment für ein digitales Upgrade.

Fazit: Ein gutes Jahr liegt vor uns

Die Rückkehr zu 7 % ist der Rückenwind, auf den wir gewartet haben. Es nimmt den extremen Kostendruck vom Kessel. Nutze dieses Jahr 2026, um deinen Betrieb nicht "billiger", sondern besser zu machen.

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